|
Allkampf versteht sich in erster Linie als modernes Selbstverteidigungssystem. Mit fortschreitendem Ausbildungsstand und damit zunehmender persönlicher Reife gewinnt die Erziehung im
Sinne einer Kampfkunst an Bedeutung.
Das traditionelle Element des Allkampf wird - neben der Etikette - in der Formenschule gepflegt. Sie darf allerdings keineswegs als “traditionelles Überbleibsel” oder “lästige Pflichtübung” aufgefasst werden, sondern als unmittelbare Korrespodenz mit den Selbstverteidigungstechniken; denn diese ergeben sich nämlich bei richtiger Interpretation der in den Formen geübten Bewegungsabläufen.
Das Allkampf - System beinhaltet hinsichtlich der Formenschule drei Kombinations- und sieben Einzelformen. Beispiel:
Vierte Einzelform
Der Kern des Allkampf - Systems bildet die Selbstverteidigung. In diesem Ausbildungsbereich werden einfache,
zweckmäßige und im Rahmen des Notwehrrechts legitime Abwehrhandlungen gegen die verschiedenen Angriffe wie
z.B. Festhalten, Umklammern, Würgen, Faustschläge, Fußtritte und bewaffnete Angriffe geübt.
Im Allkampf sind die Selbstverteidigungstechniken konkret vorgegebene, in sich geschlossene Abwehrgriffe. Dies hat
zwei entscheidende Vorteile: Zum ersten werden durch das Wiederholen stets gleicher Bewegungsmuster diese schneller
automatisiert (als reflexartige Reaktionen auf einen Angriff verinnerlicht) und zum anderen ist dadurch insofern
sichergestellt, daß dadurch die juristischen Belange der Selbstverteidigung automatisch beachtet werden.
Das Allkampf - System lehrt zwar genau vorgegebene, in sich geschlossene Abwehrhandlungen, doch können
unvorhergesehene Ereignisse die Situation ändern. Um in diesen Fällen zweckmäßig reagieren zu können ist es nur eine logische Konsequenz, daß die Ausbildungsbereiche Bewegungsschule und Fallschule ergänzend geübt weden müssen,
um z. B. bei mehreren Angreifern mit möglichst wenigen Bewegungen in günstige Ausgangspositionen zur Verteidigung zu
kommen oder bei einem Ausrutschen und unkontrolliertem Sturz sich nicht durch Verletzungen der Verteidigungsfähigkeit beraubt zu sehen. Das seperate Üben der Grundtechniken entfällt im Allkampf grundsätzlich; diese werden im Rahmen der
Selbstverteidigungstechniken erarbeitet sowie auch im Rahmen der Theorie diskutiert.
Das Allkampf - System beinhaltet 220 verschiedene Abwehrtechniken, deren Schwierigkeitsgrad im Schülerbereich
relativ gering ist und die dadurch schnell erlernbar sind. Ab den (fortgeschrittenen) Meistergraduierungen jedoch werden
die Abwehren anspruchsvoller. Einige im Allkampf - System geübte Verteidigungstechniken sollen dies verdeutlichen:
Abwehr einiger Angriffe
Der freie Angriff ist die praxisnahe Umsetzung der erlernten Selbstverteidigungstechniken. Durch den Grad der
Beherrschung derselben, verbunden mit entsprechendem theoretischem Hintergrundwissen bestimmt der Verteidiger zum
einen das Gelingen seiner Abwehrhandlungen, als auch deren Rechtmäßigkeit.
Um beim Üben der Selbstverteidigungstechniken den Partner nicht zu verletzen, werden Tritt-, Stoß- und
Schlagtechniken nur angedeutet. Das mit ihnen jedoch tatsächlich Wirkung erzielt erden kann, zeigt der Bruchtest.
|